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Freizeit mit Kindern
WinterBei RegenDrinnen

Winterspiele für Kinder drinnen und draußen: mit und ohne Schnee

Rodeln ist schnell geplant, solange Schnee liegt. Nur liegt eben oft keiner. Für beide Fälle etwas.

Zwei Kinder toben im Schnee vor verschneiten Tannen

Wenn Kinder an Winter denken, denken sie an Schnee. Wenn ich an Winter denke, denke ich an nasse Handschuhe auf der Heizung und an einen Januar, in dem es sechs Wochen lang grau war und keine einzige Flocke fiel. Wir wohnen im Erzgebirge, hier liegt öfter Schnee als anderswo, und selbst hier ist der schneelose Nachmittag der Normalfall.

Deshalb steht der schneelose Teil in diesem Beitrag vorn. Winterspiele für Kinder drinnen und draußen müssen in erster Linie bei Matsch, Nieselregen und früher Dunkelheit funktionieren. Alles, was mit Schnee geht, ist Bonus.

Der Normalfall: kalt, nass, kein Schnee

Der Fehler, den wir jahrelang gemacht haben, war die Länge. Im Sommer ist man drei Stunden draußen, im Winter sind vierzig Minuten ein guter Wert. Kurz, dafür jeden Tag, und danach etwas Warmes trinken. Wer den Nachmittag auf zwei Stunden anlegt, holt sich in der letzten halben Stunde nur Gequengel ab.

Taschenlampen-Runde im Dunkeln

Das ist bei uns der klare Sieger, ungefähr ab drei Jahren. Um fünf ist es stockdunkel, jeder bekommt eine Taschenlampe oder eine Stirnlampe, und dann geht es einmal um den Block oder in den Garten. Für Kinder ist ein bekannter Weg im Dunkeln ein völlig anderer Ort. Wer mag, versteckt vorher ein paar reflektierende Gegenstände und lässt suchen. Kostet nichts, dauert eine halbe Stunde, und die Kinder gehen freiwillig mit.

Matsch ist ein Material

Der Sandkasten ist im Winter nicht tot, er ist nur nass. Mit Matschhose und Gummistiefeln lässt sich mit Matsch alles machen, was im Sommer mit Sand geht, und es klebt sogar besser. Dazu kommen Pfützen, Eisplatten auf Pfützen, die man vorsichtig hochheben und gegen das Licht halten kann, und Stöcke. Bedingung bleibt die Kleidung. Ohne Matschhose endet das nach zwanzig Minuten.

Vogelfutter aufhängen

Eine der wenigen Beschäftigungen, die drinnen anfangen und draußen weitergehen. Fett auslassen, abkühlen lassen bis es zäh wird, Körner unterrühren, in Tontöpfe oder alte Tassen füllen, Schnur einhängen. Das Auslassen macht ein Erwachsener, alles andere machen Kinder ab etwa vier. Aufwand: eine gute halbe Stunde plus Auskühlzeit. Der eigentliche Gewinn kommt in den Tagen danach, wenn morgens am Fenster geschaut wird, wer da frisst.

Winterschnitzeljagd

Zehn Minuten Vorbereitung, eine Stunde Beschäftigung. Ich verstecke sechs bis acht Zettel oder kleine Gegenstände auf einer festen Runde, jeder Fund verweist auf den nächsten. Für Vorschulkinder male ich Bilder statt Text. Das funktioniert bei fast jedem Wetter, weil die Kinder in Bewegung bleiben und ein Ziel haben.

Wenn doch Schnee liegt

Der erste Schnee erledigt sich von allein, da braucht niemand Ideen. Interessant wird es am dritten Tag, wenn der Schneemann steht und alle Schneeballschlachten geschlagen sind.

Schneelaterne

Aus faustgroßen Schneebällen ein kleines Iglu bauen, dabei zwischen den Bällen Lücken lassen und ein Teelicht hineinstellen. In der Dämmerung sieht das wirklich gut aus. Es braucht pappigen Schnee, der sich formen lässt. Bei Pulverschnee unter etwa minus fünf Grad fällt die Kuppel zusammen, das ist keine Frage des Geschicks.

Formen und Farbe

Sandförmchen funktionieren mit nassem Schnee genauso wie mit Sand. Wer die fertigen Figuren mit Wasser übersprüht, hat am nächsten Morgen Eisfiguren. In eine Sprühflasche mit Wasser ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe geben und damit auf eine glatte Schneefläche malen: kostet nichts, hält bis zum Tauwetter und begeistert auch Kinder, die vom Rodeln genug haben.

Eisgirlande

Becher oder Muffinformen mit Wasser füllen, mit Lebensmittelfarbe einfärben, ein Stück Schnur oder ein Streichholz als Platzhalter hineinlegen, damit später ein Loch bleibt. Über Nacht nach draußen stellen. Am nächsten Tag auffädeln und in den Strauch hängen. Wichtig: Das braucht echten Dauerfrost. Bei zwei Grad plus steht am Morgen nur bunte Brühe auf der Terrasse.

Seifenblasen bei Frost

Steht in vielen Listen, und ja, es funktioniert. Aber erst ab etwa minus sieben Grad zuverlässig, und es braucht Windstille. Die Blase muss vorsichtig auf einer Fläche abgesetzt werden, dann überziehen sich die Wände mit Eiskristallen. Bei minus zwei Grad platzt sie einfach. Wenn ihr das plant, prüft vorher den Wetterbericht, sonst gibt es Enttäuschung.

Rodeln, mit realistischer Rechnung

Rodeln ist schön und gleichzeitig der aufwendigste Punkt der Liste. Anfahrt, Schlepplift oder Hochziehen, nasse Sachen, Verpflegung. Für einen Nachmittag mit zwei Kindern solltet ihr einen halben Tag einplanen, nicht zwei Stunden. Unter drei Jahren lohnt der Aufwand meiner Erfahrung nach nicht. Nehmt Wechselhandschuhe mit, die zweiten sind nach vierzig Minuten dran.

Drinnen, wenn niemand mehr rauswill

Plätzchen backen, ehrlich geplant

Backen mit Kindern ist keine Stunde, sondern zweieinhalb, wenn man Teigruhe und Aufräumen mitrechnet. Und die Kinder sind nicht die ganze Zeit dabei. Beim Ausstechen sind alle da, beim Zusammenkneten und beim Backen niemand. Mein Vorschlag: Teig am Vorabend machen, am Nachmittag nur ausstechen und verzieren. Dann bleibt es bei 45 Minuten, und der Zuckerguss ist ohnehin der Teil, auf den es ankommt.

Bewegungsspiele in der Wohnung

Im Winter fehlt Bewegung, nicht Beschäftigung. Ein Parcours aus Kissen, Stühlen und Malerkrepp auf dem Boden, dazu die Regel, den Boden nicht zu berühren, kostet fünf Minuten Aufbau und trägt eine halbe Stunde. Luftballon-Volleyball über die Sofalehne funktioniert ab drei Jahren und bis mindestens zehn. Beides ist lauter als Basteln, aber es ersetzt den Nachmittag draußen wenigstens ansatzweise.

Basteln mit Blick auf Weihnachten

Papiersterne, Bügelperlen, Anhänger aus Salzteig: alles Dinge, die im November und Dezember doppelt Sinn ergeben, weil daraus Geschenke werden. Anleitungen mit Materialliste sammeln wir im Bereich Basteln mit Kindern. Wer im Herbst schon gesammelt hat, greift jetzt auf die Zapfen und Kastanien zurück, die noch in der Schale liegen. Woher die kommen, steht im Herbstbeitrag.

Was den Winter draußen wirklich rettet

Es ist nicht die Idee, es ist die Kleidung. Zwiebelprinzip, Matschhose, dichte Handschuhe und ein zweites Paar in der Tasche, Mütze, die über die Ohren geht. Wenn das sitzt, funktionieren die meisten Winterspiele für Kinder drinnen und draußen von allein, weil niemand nach zehn Minuten friert. Wenn es nicht sitzt, hilft auch die beste Liste nicht.

Und noch ein Punkt zur Erwartung: Ein Wintergeburtstag im Januar wird selten der Draußentermin, den man sich vorstellt. Plant ihn von vornherein für drinnen und behandelt Schnee als Zugabe. Ideen dafür stehen unter Kindergeburtstag, weitere Beschäftigung für Regen- und Grautage unter Spiele und Beschäftigung.

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