Outdoor Spiele mit Kindern: Ideen für Wald, Wiese und Wanderung
Unterwegs habt ihr kein Material dabei und der Weg geht noch weiter. Diese Spiele funktionieren mit dem, was am Wegrand liegt.
Die Stelle, an der eine Wanderung mit Kindern kippt, kommt meistens nach etwa 40 Minuten. Bis dahin ist alles neu, danach ist es nur noch Weg. Outdoor Spiele mit Kindern sind für genau diesen Moment gedacht: Sie brauchen kein Material aus dem Rucksack, sie funktionieren im Gehen, und sie holen die Aufmerksamkeit zurück auf das, was rechts und links liegt.
Was im Hof und auf der Straße läuft, haben wir bei den Spielen für draußen aufgeschrieben. Hier geht es ausschließlich um unterwegs: Wald, Wiese, Bachlauf, Rastplatz. Bei jeder Idee steht dabei, ab welchem Alter sie trägt, wie viele Kinder es braucht und wie lange sie hält.
Die Grundregel unterwegs: ein Auftrag, kein Programm
Draußen unterwegs braucht ihr keine ausgedachte Spielstunde. Ihr braucht einen Auftrag, den ein Kind allein weiterverfolgen kann. Ein Spaziergang ohne Ziel wird nach zehn Minuten zur Verhandlung. Ein Spaziergang, bei dem jedes Kind fünf verschiedene Blattformen finden soll, trägt eine halbe Stunde, ohne dass ihr etwas dafür tun müsst.
Der zweite Punkt betrifft die Strecke. Bei uns hat sich bewährt, etwa einen Kilometer pro Lebensjahr anzusetzen und das bei zehn Kilometern zu deckeln. Ein vierjähriges Kind schafft also vier Kilometer, wenn genug Pausen und genug zu entdecken drin sind. Wer mehr plant, trägt am Ende ein Kind.
Spiele, die den Weg verkürzen
Stöckchenrennen an der Brücke
Ab drei Jahren, zwei Kinder genügen, dauert pro Runde zwei Minuten. Jeder sucht sich einen Stock, alle werfen gleichzeitig auf der einen Seite der Brücke ins Wasser, dann rennen alle auf die andere Seite und schauen, wessen Stock zuerst herauskommt.
Klingt nach nichts, ist aber das Spiel, das bei uns am häufigsten gespielt wird. Voraussetzung ist eine Brücke über fließendes Wasser mit Geländer, das die Kinder nicht überklettern können.
Die Pfeilspur
Ab sechs Jahren, mindestens drei Kinder, trägt 20 bis 40 Minuten. Eine Gruppe geht voraus und legt an jeder Abzweigung ein Zeichen aus Stöcken oder Steinen: ein Pfeil für die Richtung, ein Kreuz für den falschen Weg, drei Steine übereinander für eine versteckte Nachricht. Die zweite Gruppe folgt mit fünf Minuten Abstand.
Wichtig ist die Absprache vorher, welche Zeichen es gibt, und die Regel, dass die vordere Gruppe an jeder größeren Kreuzung wartet. Räumt die Zeichen auf dem Rückweg wieder weg, sonst schickt ihr die nächste Familie in die Irre.
Naturbingo
Ab vier Jahren, funktioniert auch mit einem einzelnen Kind, trägt eine halbe bis eine ganze Stunde. Ihr malt vor dem Losgehen ein Raster mit neun Feldern und in jedes Feld eine Kleinigkeit: eine Feder, ein rundes Blatt, etwas Rotes, ein Tierlaut, ein Stein mit Loch, ein Stück Moos. Was gefunden wird, wird abgehakt.
Für Kinder, die noch nicht lesen können, malt ihr die Sachen statt sie aufzuschreiben. Eine Reihe voll reicht als Ziel, neun Felder komplett schaffen die wenigsten, und wenn das Ziel unerreichbar wird, hört das Suchen auf.
Zapfenweitwurf und Zielwerfen
Ab drei Jahren, jede Gruppengröße, zehn Minuten pro Runde. Ein Baumstumpf oder ein markierter Baum ist das Ziel, Munition liegt überall. Der Vorteil gegenüber dem Weitwurf: Beim Zielwerfen gewinnt nicht automatisch das älteste Kind. Werft nur mit Zapfen, nicht mit Steinen, und nie in Richtung anderer Wanderer.
Das Ohrenspiel
Ab vier Jahren, jede Gruppe, dauert genau zwei Minuten und wirkt sofort. Alle bleiben stehen, schließen die Augen und heben für jedes Geräusch, das sie hören, einen Finger. Danach wird verglichen und aufgezählt, was es war.
Zwei Minuten Stille im Wald sind für die meisten Kinder eine echte Aufgabe. Das Spiel eignet sich hervorragend, um eine überdrehte Gruppe wieder herunterzuholen, bevor es weitergeht.
Am Rastplatz: 15 bis 30 Minuten
Naturmemory
Ab vier Jahren, zwei bis sechs Kinder, trägt 15 bis 25 Minuten inklusive Sammeln. Jedes Kind sammelt zehn Fundstücke, die es paarweise gibt: zwei gleiche Blätter, zwei Eicheln, zwei Steinchen. Alles wird auf ein Tuch gelegt, kurz angeschaut, dann kommt eine Jacke darüber und ein Stück verschwindet. Was fehlt?
Für kleinere Kinder nehmt ihr sechs deutlich verschiedene Dinge, für Schulkinder zwölf, die sich ähneln. Aus dem Gesammelten lässt sich zu Hause weiterarbeiten, unsere Anleitungen dazu stehen beim Kastanienbasteln.
Die Farbkarte
Ab drei Jahren, eine der wenigen Ideen, die auch mit Zweijährigen läuft. Ihr schneidet aus alter Pappe Streifen und klebt doppelseitiges Klebeband darauf, oder ihr malt einfach fünf Farbfelder darauf. Aufgabe: zu jeder Farbe etwas aus der Natur finden und aufkleben.
Aufwand zu Hause fünf Minuten, unterwegs trägt es 20. Nehmt Farben, die es wirklich gibt. Blau ist im Wald fast unmöglich zu finden und sorgt nur für Frust.
Balancieren
Ab zwei Jahren an der Hand, ab vier allein. Ein umgestürzter Baumstamm, eine niedrige Mauer, eine Bordsteinkante am Waldparkplatz. Es braucht keine Regeln, und es trägt trotzdem 20 Minuten.
Die Steigerung für Schulkinder: einmal hin und zurück, ohne den Boden zu berühren, danach rückwärts, danach mit einem Becher Wasser in der Hand. Prüft den Stamm vorher, morsches Holz bricht ohne Vorwarnung.
Waldsofa und Hütte bauen
Ab fünf Jahren, mindestens zwei Kinder, besser vier. Das ist die Beschäftigung, die von allen hier am längsten trägt: eine bis zwei Stunden, in guter Besetzung auch länger.
Gebaut wird nur mit Totholz, das am Boden liegt, nichts abbrechen. Ein Waldsofa ist die einfache Variante: zwei dicke Äste zwischen Bäume klemmen, davor Reisig aufschichten, fertig ist eine Sitzbank. Eine Hütte braucht einen stabilen Hauptast, der als Firststange zwischen zwei Astgabeln liegt, alles andere wird schräg angelehnt. Erwachsene halten den Hauptast, den Rest machen die Kinder.
Rechnet damit, dass beim nächsten Besuch nichts mehr steht, und sagt das vorher. Sonst gibt es Tränen.
Am Bach: Staudamm bauen
Ab vier Jahren, jede Gruppengröße, trägt eine Stunde und mehr. Gebraucht werden Steine, Äste, Laub und Matsch als Dichtung. Wenn ihr eine Öffnung lasst und sie am Ende schließt, gibt es den großen Moment, an dem sich das Wasser sichtbar staut.
Drei Dinge gehören dazu gesagt. Erstens: Alle Kinder werden nass, ohne Ausnahme. Wechselsachen und ein zweites Paar Schuhe gehören ins Auto, sonst ist der Rückweg ungemütlich. Zweitens: Reißt den Damm am Ende wieder ein. Ein zurückgelassener Damm ändert das Bachbett und macht Tieren das Leben schwer. Drittens: In Naturschutzgebieten und an Bächen mit Fischbestand lasst ihr es ganz. Ein kleiner Waldbach am Wanderweg ist etwas anderes als ein ausgewiesenes Schutzgebiet.
Gummistiefel sind hier weniger praktisch als alte Turnschuhe, die nass werden dürfen. In Stiefeln steht das Wasser drin, sobald ein Kind einmal zu tief geht.
Schatzsuche im Wald
Ab fünf Jahren, vier bis zehn Kinder, Vorbereitung 30 Minuten, Durchführung 45 bis 60 Minuten.
Für Vorschulkinder reicht eine Bilderkarte mit drei Stationen und einem Schatz aus einer alten Blechdose. Ab acht Jahren dürfen es Rätsel sein: eine Zahl, die die Schritte vom markierten Baum angibt, eine Himmelsrichtung, ein Hinweis, der erst am nächsten Punkt Sinn ergibt.
Was ich gelernt habe: Legt die Stationen vorher selbst ab und lauft die Strecke einmal ab. Zwei Stationen, die wirklich sitzen, sind besser als sechs, von denen drei nicht gefunden werden. Und der Schatz muss für alle reichen, sonst endet ein schöner Nachmittag im Streit. Wenn ihr eine ganze Geburtstagsrunde beschäftigen wollt, findet ihr weitere Abläufe unter Kindergeburtstag.
Nachtwanderung
Ab sechs Jahren, mit ängstlichen Kindern eher ab acht. Vier bis acht Kinder sind eine gute Größe, die Dauer sollte 30 bis 45 Minuten nicht überschreiten.
Die Regeln, die bei uns gelten: Der Weg wird vorher bei Tageslicht abgelaufen, es geht nur auf breiten Wegen entlang, kein Kind läuft allein, und ein Erwachsener geht vorn, einer hinten. Taschenlampen bekommen alle, aber die schönste Übung ist, sie für fünf Minuten auszumachen und zu merken, wie viel man tatsächlich sieht, sobald sich die Augen umgestellt haben.
Spart euch Gruselgeschichten, wenn ihr die Kinder nicht gut kennt. Ein Kind, das mitten im Wald Angst bekommt, beendet den Ausflug für alle. Im Spätsommer wird es früh genug dunkel, dass ihr um neun wieder zu Hause seid.
Die Regeln, die den Nachmittag retten
- Ein fester Sammelpunkt wird vor dem Start gezeigt, nicht beschrieben.
- Sichtweite oder Rufweite, je nach Alter. Bei dichtem Unterholz gilt Sichtweite.
- Nichts wird gegessen, was gefunden wird. Keine Beeren, keine Pilze, keine Blätter.
- Abends Zecken absuchen, vor allem Kniekehlen, Haaransatz und Achseln.
- Was ihr mitbringt, nehmt ihr wieder mit. Auch die Bananenschale.
Was bei uns nicht funktioniert hat
Geocaching mit Kindern unter acht. Die Idee ist gut, die Umsetzung hängt am Handydisplay, und wenn der Cache dann noch verschwunden ist, war der ganze Weg umsonst. Eine selbst gelegte Schatzsuche ist für diese Altersgruppe die bessere Wahl.
Der große Waldtag bei Dauerregen. Nieselregen geht mit passender Kleidung, Dauerregen nicht. Was an solchen Tagen tatsächlich hilft, steht bei der Beschäftigung für Kinder bei Regen.
Bestimmungsbücher als Nachmittagsprogramm. Ein Kind, das eine Feder gefunden hat, will wissen, von welchem Vogel sie ist. Es will nicht 20 Minuten lang blättern. Fotografiert die Feder und schaut abends nach.
Ein durchgeplanter Ablauf mit sechs Stationen. Unterwegs setzt sich immer die Landschaft durch: Wenn ein Bach kommt, gibt es keine Schatzsuche mehr. Nehmt zwei Ideen mit und lasst den Rest weg. Weitere Ideen für Nachmittage ohne Programm sammeln wir unter Spiele und Beschäftigung.