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Freizeit mit Kindern
DraußenSpiele

Spiele für draußen: Klassiker für Hof, Garten und Straße

Drei Kinder stehen im Hof und sagen, dass ihnen langweilig ist. Diese Spiele brauchen nichts außer Kreide, einem Seil und jemandem, der anfängt.

Es gibt bei uns im Erzgebirge diese Nachmittage im Sommer, an denen drei Kinder im Hof stehen und sagen, dass ihnen langweilig ist. Draußen sind sie schon, das Wetter passt, und trotzdem passiert nichts. Spiele für draußen brauchen in so einem Moment keine Vorbereitung und kein gekauftes Set. Sie brauchen ein Stück Kreide, ein Springseil und jemanden, der anfängt.

Alles, was hier steht, funktioniert im Hof, im Garten oder auf einer ruhigen Straße. Für Wald, Wiese und Wanderung haben wir einen eigenen Beitrag, weil unterwegs andere Regeln gelten. Bei jedem Spiel schreibe ich dazu, ab welchem Alter es Sinn ergibt, wie viele Kinder ihr braucht und wie lange es trägt. Genau da hören die meisten Listen im Netz auf, und genau das ist die Information, die einen Nachmittag rettet.

Was ihr im Haus haben solltet

Die Grundausstattung kostet zusammen weniger als zehn Euro und deckt fast alles ab, was hier folgt:

  • Straßenkreide, dick, am besten ein ganzer Eimer
  • ein Springseil in passender Länge
  • ein weicher Ball, der niemandem wehtut
  • ein Gummitwist-Band, ersatzweise drei bis vier Meter Gummiband zu einem Ring geknotet
  • sechs leere Konservendosen
  • ein paar Wäscheklammern und ein altes Kopfkissen

Mehr braucht es nicht. Alles, was zusätzlich im Baumarkt steht, macht das Spielen nicht besser, sondern nur teurer.

Für zwei oder drei Kinder

Eine ehrliche Vorbemerkung: Unter vier Kindern fallen die meisten Klassiker aus. Verstecken zu zweit ist nach zehn Minuten durch, weil jeder die drei möglichen Verstecke kennt. Fangen zu zweit ist Sport, kein Spiel. Was in kleiner Runde funktioniert, sind Spiele mit einem Ziel statt mit Gegnern.

Hüpfkästchen

Ab vier Jahren, oben raus bei etwa neun. Zwei Kinder reichen, mehr geht auch. Trägt 20 bis 30 Minuten, mit selbst gemalten Varianten länger.

Ihr braucht nur Kreide und ein flaches Steinchen. Zehn Felder, das Steinchen wird auf das Feld geworfen, das übersprungen werden muss. Wichtig ist die Feldgröße: Malt die Kästchen so klein, dass auch das jüngste Kind bequem hineinkommt. Ein zu großes Feld sortiert die Kleinen sofort aus, und dann ist das Spiel für sie gelaufen. Für Schulkinder malt ihr eine Spirale oder eine Zahlenreihe bis 20, das macht es wieder schwer genug.

Gummitwist

Ab sechs Jahren, richtig gut ab sieben oder acht. Eigentlich braucht es drei Kinder, zwei halten und eines springt. Wenn ihr nur zu zweit seid, spannt das Band um zwei Stuhlbeine, das funktioniert erstaunlich gut.

Gesprungen wird auf Höhe Knöchel, Wade, Knie, Oberschenkel, Hüfte. Wenn ein Kind die Sprungfolgen schon kennt und sie den anderen zeigt, trägt das 30 bis 45 Minuten. Wenn niemand sie kennt, wird die erste halbe Stunde zäh, weil erst geübt werden muss. Plant das ein und fangt auf Knöchelhöhe an.

Dosenwerfen

Ab drei Jahren, nach oben offen. Sechs Dosen zur Pyramide stapeln, mit einem weichen Ball oder einer mit Reis gefüllten Socke abwerfen. Trägt allein etwa 15 bis 20 Minuten. Mit einer Punktetafel aus Kreide auf dem Boden deutlich länger, weil dann jeder Wurf zählt und mitgeschrieben wird.

Der Kreideparcours

Ab drei Jahren, am besten zwischen vier und sechs. Ihr malt eine Strecke auf den Weg: Fußabdrücke zum Draufspringen, eine Linie zum Balancieren, ein Feld, in dem man sich einmal drehen muss, Pfeile für rückwärts.

Der eigentliche Trick liegt darin, dass die Kinder den Parcours selbst weitermalen dürfen, sobald sie ihn zweimal gelaufen sind. Damit werden aus zehn Minuten schnell dreißig, und es entstehen Aufgaben, auf die ihr nie gekommen wärt.

Ab vier Kindern: Verstecken und Fangen

Jetzt kommen die Spiele, die alle kennen und die trotzdem am zuverlässigsten funktionieren.

Verstecken, und was daraus wird

Der Klassiker ab vier Jahren mit mindestens drei Kindern. Er lebt vom Gelände: In einem leeren Garten ist er nach zwei Runden vorbei, mit Hecke, Schuppen und Holzstapel hält er eine Stunde.

Deutlich besser wird es mit der umgedrehten Variante, bei uns heißt sie Sardinen. Ein Kind versteckt sich, alle anderen suchen. Wer das Versteck findet, quetscht sich dazu und sagt nichts. Am Ende steht die halbe Kinderschar zusammengepfercht hinter einem Busch und kichert, bis das letzte Kind sie findet. Ab sechs Jahren, gut mit vier bis acht Kindern, trägt 20 bis 30 Minuten. In der Dämmerung ist es noch einmal besser.

Fangen in vier Varianten

Reines Fangen ist nach zehn Minuten langweilig. Diese Abwandlungen halten länger:

Versteinerungsfangen. Wer gefangen wird, bleibt mit gegrätschten Beinen stehen und kann von einem anderen Kind befreit werden, das hindurchkrabbelt. Ab fünf Jahren, mindestens vier Kinder, trägt 15 bis 20 Minuten. Der Fänger sollte der schnellste sein, sonst wird nur befreit.

Kettenfangen. Wer gefangen wird, hakt sich beim Fänger unter, die Kette wird immer länger. Braucht mindestens fünf Kinder, sonst gibt es keine Kette, und funktioniert ab sechs. Ab acht Kindern wird es richtig gut, weil sich die Kette in der Mitte teilen darf.

Schattenfangen. Statt das Kind zu berühren, muss der Fänger auf dessen Schatten treten. Geht nur bei tiefer Sonne, also am späten Nachmittag, dafür schon ab fünf Jahren und mit drei Kindern.

Farbenfangen. Der Fänger ruft eine Farbe, wer sie an der Kleidung berührt, ist sicher. Ab vier Jahren die einfachste Variante für gemischte Altersgruppen, weil die Kleinen einfach stehen bleiben dürfen, sobald sie etwas Grünes zu fassen kriegen.

Feuer, Wasser, Sturm

Ab fünf Jahren, mindestens vier Kinder, besser sechs. Ihr legt vorher fest, was bei welchem Ruf passiert: bei Feuer alle zum Zaun, bei Wasser auf etwas Erhöhtes, bei Sturm flach auf den Boden. Wer zuletzt ankommt, scheidet aus oder bekommt einen Punkt, das entscheidet ihr nach Alter.

Das Spiel braucht Fläche und einen Erwachsenen oder ein älteres Kind, das ruft. Es trägt selten länger als 15 Minuten, ist dafür aber der beste Einstieg, wenn eine Gruppe sich noch nicht kennt.

Ochs am Berg

Ab vier Jahren, drei Kinder genügen. Einer steht mit dem Gesicht zur Wand und ruft, die anderen laufen von der Startlinie los und müssen bei jedem Umdrehen stillstehen. Wer sich bewegt, geht zurück. Zehn bis 15 Minuten, danach ist es durch, aber es ist die zuverlässigste Überbrückung, wenn ihr auf jemanden wartet.

Staffelspiele, wenn viele da sind

Ab sechs Kindern lohnen sich zwei Teams. Staffeln sind der Grund, warum sie auf fast jedem Kindergeburtstag stehen: Sie strukturieren eine unruhige Gruppe innerhalb von zwei Minuten. Weitere Ideen für so einen Nachmittag stehen im Bereich Kindergeburtstag.

  • Eierlauf, aber mit Kartoffel. Löffel in die Hand, Kartoffel drauf, Strecke laufen. Ab vier Jahren. Rohe Eier spart ihr euch, das Aufwischen dauert länger als das Spiel.
  • Wasserstaffel mit Schwamm. Vollen Eimer am Start, leeren am Ziel, dazwischen wird ein Schwamm getragen. Ab drei Jahren, im Sommer der Dauerbrenner, weil das Nasswerden Teil des Spaßes ist.
  • Sackhüpfen im Kopfkissenbezug. Ab fünf, davor fallen sie zu oft hin. Auf Rasen, nicht auf Beton.
  • Becherstapeln auf Zeit. Zehn Plastikbecher zur Pyramide und wieder zurück. Ab sechs, gut für Kinder, die nicht rennen wollen.

Wichtig bei allen Staffeln: Nach drei Durchgängen wechselt das Spiel, sonst kippt die Stimmung. Und wer verliert, sollte den nächsten Durchgang anführen dürfen.

Kurz nach Alter sortiert

  • Drei bis vier Jahre: Kreideparcours, Dosenwerfen, Ochs am Berg, Farbenfangen, Seifenblasen jagen
  • Fünf bis sechs Jahre: Versteinerungsfangen, Feuer Wasser Sturm, Hüpfkästchen, Sackhüpfen
  • Sieben bis neun Jahre: Gummitwist, Sardinen, Kettenfangen, alle Staffeln
  • Ab zehn Jahren: Verstecken in der Dämmerung, Ballspiele mit selbst ausgehandelten Regeln. In dem Alter ist der Erwachsene beim Erklären eher im Weg. Was sonst noch trägt, haben wir bei den Ideen für Zehnjährige gesammelt.

Was bei uns nicht funktioniert hat

Wasserbomben. Fünf Minuten Gejohle, danach liegen 40 Gummifetzen im Gras, die ihr abends einzeln aufsammelt. Ein Schwamm und ein Eimer halten länger und hinterlassen nichts.

Seilspringen mit dem langen Seil und zwei Schwingern. Sieht auf Bildern schön aus, klappt aber unter acht Jahren praktisch nie, weil das Timing beim Reinlaufen zu schwer ist. Einzelspringen geht dagegen schon ab fünf.

Regelspiele aus dicken Spielebüchern. Wenn die Erklärung länger dauert als eine Runde, lasst es. Das habe ich mehrfach ausprobiert und jedes Mal verloren.

Punktetabellen und Turnierpläne bei Kindern unter sechs. Da geht es nicht um Gewinnen, und mit der Tabelle bringt ihr genau das ins Spiel, was den Nachmittag am Ende kaputtmacht.

Der Notfallplan für den nächsten Dienstag

Wenn ich es auf einen Satz bringen soll: Kreide raus, Hüpfkästchen malen, und sobald ein viertes Kind auftaucht, wird daraus Versteinerungsfangen. Für Regentage steht die Beschäftigung für Kinder bei Regen bereit, und sobald es kalt wird, geht es mit dem Winterbeitrag weiter. Alles Weitere sammeln wir unter Spiele und Beschäftigung.

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