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Freizeit mit Kindern
BastelnWeihnachten

Weihnachtsbasteln mit Kindern, ohne dass der Advent kippt

Christbaumschmuck aus Salzteig, gefaltete Sterne und ein selbst gemachter Adventskalender. Und der ehrliche Teil: was im Dezember mit kleinen Kindern wirklich drin ist.

Im Erzgebirge ist Weihnachten keine Kleinigkeit. Hier steht in jedem zweiten Fenster ein Schwibbogen, und wer selbst bastelt, hat schnell das Gefühl, gegen eine ziemlich hohe Messlatte anzutreten. Ich habe mich davon lange stressen lassen. Inzwischen mache ich weniger, dafür das, was mit meinen Kindern wirklich klappt.

Hier stehen fünf Projekte, die wir jedes Jahr wieder machen, mit Zeitangaben und Altersempfehlung. Und weiter unten der Teil, den in Bastelbüchern niemand schreibt: was im Dezember mit kleinen Kindern realistisch ist, wenn ohnehin alle am Limit sind. Ideen für die restlichen kalten Monate findest du im Bereich Basteln mit Kindern.

Christbaumschmuck aus Salzteig

Das ist unser Einstieg in jede Adventszeit, weil es fast nichts kostet und selbst Zweijährige mitmachen können.

Material:

  • 200 g Mehl
  • 200 g Salz, feines Speisesalz
  • etwa 125 ml lauwarmes Wasser
  • Ausstechformen, Nudelholz, Strohhalm für das Aufhängeloch
  • Backpapier und ein Blech
  • Band zum Aufhängen, Acryl- oder Wasserfarbe zum Bemalen

Zeit: 30 Minuten Kneten und Ausstechen, dann 1 bis 2 Stunden im Ofen, am nächsten Tag 30 Minuten Bemalen.

Alter: ab 2 Jahren beim Kneten und Ausstechen, ab 4 Jahren auch beim Bemalen ohne dauerhafte Hilfe.

Mehl und Salz mischen, Wasser nach und nach dazugeben und kneten, bis der Teig sich wie Knete anfühlt. Ist er zu klebrig, kommt Mehl dazu, ist er bröselig, ein Schluck Wasser. Etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen, ausstechen, mit dem Strohhalm ein Loch für das Band stanzen. Das Loch vergisst man beim ersten Mal garantiert, und ein Anhänger ohne Loch ist ein Keks, den keiner essen darf.

Dann bei niedriger Temperatur trocknen, etwa 120 bis 150 Grad Ober- und Unterhitze, je nach Dicke ein bis zwei Stunden. Wichtig: niedrig bleiben. Bei zu viel Hitze wirft der Teig Blasen und wird braun. Wer Zeit hat, lässt die Anhänger einfach mehrere Tage an der Luft trocknen, das funktioniert genauso.

Ehrlich gesagt: Salzteiganhänger sehen selten filigran aus. Sie sind dick, ein bisschen wellig und die Farbe deckt nicht perfekt. Dafür hängen bei uns welche am Baum, die inzwischen sieben Jahre alt sind, und mein Sohn zeigt jedes Jahr auf den krummen Stern und sagt, den hat er gemacht. Das schlägt jede Kugel aus dem Laden.

Sterne falten

Beim Sternefalten musst du beim Alter aufpassen, sonst endet der Nachmittag in Tränen.

Butterbrottüten-Stern

Der beste Kompromiss aus einfach und beeindruckend. Du brauchst sieben bis neun weiße Butterbrottüten und einen Klebestift. Jede Tüte wird an drei Stellen mit Kleber bestrichen, die nächste draufgelegt, so entsteht ein Stapel. Dann schneidest du oben eine Spitze oder eine Zackenform hinein, ziehst den Stapel auseinander und klebst die beiden Außenseiten zusammen. Fertig ist ein großer Stern fürs Fenster.

Zeit: 30 Minuten. Alter: ab 5 Jahren beim Kleben, das Zuschneiten des Stapels macht ein Erwachsener, dafür braucht es eine kräftige Schere.

Das ist eine der wenigen Bastelideen, bei denen das Ergebnis tatsächlich so aussieht wie auf den Fotos. Im Gegenlicht ist der Effekt richtig gut.

Fröbelstern

Der geflochtene Stern aus vier Papierstreifen, den alle kennen. Und der, bei dem ich am meisten Nerven gelassen habe. Der Faltgang ist logisch, aber er verzeiht keinen Fehler, und die Streifen rutschen ständig.

Meine Empfehlung: ab 9 oder 10 Jahren, und auch dann nur, wenn das Kind Geduld für Fummelarbeit mitbringt. Mit einem Sechsjährigen brauchst du gar nicht anzufangen. Das ist keine Frage der Begabung, die Finger sind schlicht noch nicht so weit.

Fensterbilder

Fensterbilder haben im Dezember einen praktischen Vorteil: Sie brauchen wenig Platz, machen wenig Dreck und sind abends von der Straße aus zu sehen.

Schneeflocken aus Papier, ab 6 Jahren: Ein quadratisches Blatt mehrfach diagonal falten, Zacken hineinschneiden, aufklappen. Kostet zehn Minuten pro Flocke. Kinder wollen danach zwanzig davon machen, plane also Papier ein.

Transparentpapier-Bilder, ab 7 Jahren: Motiv auf schwarzes Tonpapier zeichnen, Innenflächen ausschneiden, farbiges Transparentpapier von hinten aufkleben. Das Ausschneiden der Innenflächen ist der Knackpunkt, bei jüngeren Kindern übernimmst du das komplett.

Kreidemarker direkt aufs Glas, ab 3 Jahren: Der schnellste Weg zu Weihnachtsstimmung am Fenster. Malen, feucht abwischen, neu malen. Kein Papier, kein Kleber, keine Schere. Für kleine Kinder ist das oft die einzige Variante, bei der sie wirklich selbst gestalten können.

Adventskalender selbst machen

Hier kommt der wichtigste Satz des ganzen Artikels: Das Basteln ist nicht die Arbeit. Die Arbeit ist, 24 Sachen zu finden.

Der Kalender selbst ist in ungefähr einer Stunde fertig. Vierundzwanzig kleine Papiertüten, mit Zahlen bestempelt oder beschriftet, an einer Schnur mit Wäscheklammern aufgehängt. Oder Klopapierrollen, an beiden Seiten eingeklappt, bunt beklebt. Oder leere Streichholzschachteln, die man zu einer Wand stapelt.

Zeit: 60 Minuten für den Kalender. Alter: ab 4 Jahren beim Bekleben und Bemalen, Zahlen schreiben ab 6.

Beim Füllen habe ich mich nach ein paar Jahren von der Vorstellung verabschiedet, dass in jedem Türchen etwas Gekauftes stecken muss. Bei uns ist ungefähr die Hälfte der Türchen ein Zettel mit einer Unternehmung: heute lesen wir zwei Geschichten statt einer, heute darfst du das Abendessen aussuchen, heute gehen wir im Dunkeln mit der Taschenlampe raus. Das kostet nichts, kommt oft besser an als Schokolade und rettet dich, wenn dir am 20. November die Ideen ausgehen.

Der andere Punkt, an dem ich mich früher verplant habe: Der Kalender muss am 30. November fertig sein. Das heißt, du bastelst ihn im November, wenn noch niemand in Weihnachtsstimmung ist. Setz dir dafür ein konkretes Wochenende, sonst wird es der 30. abends um elf. Ich spreche aus Erfahrung.

Geschenkanhänger

Kleines Projekt, kurze Aufmerksamkeitsspanne, sofort brauchbares Ergebnis. Genau richtig für einen Nachmittag, an dem nichts Großes mehr geht.

Kartoffelstempel, ab 3 Jahren: Eine Kartoffel halbieren, ein einfaches Motiv hineinschneiden (Stern, Tanne, Herz), das machst du. Das Kind stempelt auf Tonpapierstreifen. Danach lochen und Band durchziehen.

Fingerabdruck-Motive, ab 2 Jahren: Abdruck mit Fingerfarbe, nach dem Trocknen mit Stift zu einem Rentier oder einer Kugel ergänzen. Zwanzig Minuten, und der Anhänger sieht in ein paar Jahren richtig gut aus, weil der Finger so klein war.

Wer Salzteig übrig hat: kleine Anhänger daraus trocknen, sie funktionieren an Geschenken genauso wie am Baum.

Der ehrliche Teil: Was im Dezember wirklich geht

Die Vorweihnachtszeit ist der Monat mit den meisten Terminen und der wenigsten Geduld. Trotzdem stehen überall Listen mit 24 Bastelideen für 24 Tage. Ich habe das einmal versucht und nach neun Tagen aufgegeben, mit schlechtem Gewissen obendrein.

Was bei uns funktioniert:

  • Ein Projekt pro Wochenende, nicht pro Tag. Vier Projekte im Advent sind genug. Mehr wird zur Pflicht, und Pflichtbasteln merkt jedes Kind sofort.
  • 20 bis 30 Minuten am Stück. Kindergartenkinder sind danach durch. Wenn du eine Stunde einplanst, bastelst du die zweite Halbzeit allein.
  • Material vorher rauslegen. Der Moment, in dem du noch Kleber suchst, ist der Moment, in dem das Kind das Interesse verliert. Ich richte abends vorher alles her.
  • Vormittags statt nachmittags, wenn es der Tag hergibt. Nach Kindergarten und Schule ist bei den meisten Kindern die Konzentration weg, egal wie schön die Idee ist.
  • Ergebnis nicht nachbessern. Das ist mir am schwersten gefallen. Wenn ich den Stern hinterher zurechtrücke, war es nicht mehr das Werk des Kindes. Krumm ist in Ordnung.

Und wenn es einfach nicht passt, weil alle krank sind oder die Woche vollgestopft ist, dann bastelt ihr eben nicht. Dann macht ihr Kerzen an und lest etwas. Für Tage, an denen drinnen sowieso alles stattfindet, haben wir Ideen unter Beschäftigung für Kinder bei Regen gesammelt, und für die Zeit nach den Feiertagen gibt es das Basteln mit Kindern im Winter sowie Ideen für draußen beim Winterspaß mit und ohne Schnee.

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