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Osterbasteln mit Kindern: Was in echt funktioniert

Naturfarben, Osternest, Papierhasen und Ostergras. Was mit welchem Alter klappt, wie lange es dauert und wo das Ergebnis anders aussieht als auf den schönen Bildern.

Ostern ist bei uns im Erzgebirge die erste Bastelzeit des Jahres, in der man wieder halbwegs am offenen Fenster sitzen kann. Ich bastele mit meinen beiden seit Jahren vor Ostern, und ich habe in dieser Zeit gelernt, dass die schönsten Ideen oft die sind, die am wenigsten nach Anleitung aussehen.

Was du hier findest, sind fünf Sachen, die wir wirklich jedes Jahr machen. Mit Materiallisten, ehrlichen Zeitangaben und dem Hinweis, ab wann ein Kind das allein schafft. Weitere Ideen für andere Jahreszeiten sammle ich im Bereich Basteln mit Kindern.

Eier färben mit Naturfarben

Das ist der Klassiker und gleichzeitig der Punkt, an dem die meisten Erwartungen zerbrechen. Naturfarben ergeben keine knalligen Ostereier. Sie ergeben gedeckte, erdige Töne. Wenn dein Kind pinke Eier will, kauf die Farbe im Supermarkt und mach dir keinen Kopf.

Material:

  • weiße Eier, hartgekocht (weiße nehmen Farbe deutlich besser an als braune)
  • ein Topf pro Farbe
  • Essig, etwa zwei Esslöffel pro Topf
  • Sieb, Küchentücher, altes Geschirrtuch als Unterlage
  • Speiseöl und ein Papiertuch zum Nachpolieren

Zeit: 20 Minuten Vorbereitung, dann 30 bis 60 Minuten Ziehzeit, in der das Kind etwas anderes macht.

Alter: ab 3 Jahren beim Eier einlegen und rausholen. Der heiße Sud bleibt Erwachsenensache, ohne Ausnahme.

Zwiebelschalen

Die Schalen von etwa acht bis zehn braunen Zwiebeln in einen Liter Wasser, 30 Minuten köcheln, absieben, Essig dazu. Ergebnis: warmes Rostbraun bis Bernstein. Das ist die zuverlässigste Farbe von allen, sie geht praktisch nie schief. Wenn du nur eine Sache ausprobierst, dann diese.

Ein netter Trick: Ein feuchtes Ei mit einem Petersilienblatt belegen, in ein Stück alte Strumpfhose einbinden und dann erst färben. Wo das Blatt lag, bleibt das Ei hell. Das funktioniert wirklich und sieht besser aus als die Hälfte von dem, was man online sieht.

Kurkuma

Zwei bis drei Esslöffel Kurkumapulver auf einen Liter Wasser, kurz aufkochen, Essig dazu. Ergebnis: kräftiges Sonnengelb, nach längerem Ziehen fast Senfgelb. Auch sehr verlässlich.

Warnung aus eigener Erfahrung: Kurkuma färbt alles. Fugen, Holzbretter, Kinderhände, hellen Kunststoff. Arbeite über der Spüle und zieh den Kindern nichts Helles an.

Rotkohl

Ein halber Kopf klein geschnitten, 30 Minuten gekocht, abgesiebt. Und hier wird es zum Glücksspiel. Der Sud ist tiefviolett, die Eier werden aber je nach Wasserhärte und Ziehzeit hellblau, graublau oder auch mal blassgrau. Mit einer Prise Natron statt Essig geht es Richtung Blau, dafür wird die Farbe leichter fleckig.

Bei uns sind die Rotkohleier ungefähr jedes zweite Jahr schön. Das gehört einfach dazu. Ich sage den Kindern inzwischen vorher, dass wir bei diesem Topf nicht wissen, was rauskommt, dann ist es ein Experiment und keine Enttäuschung.

Rote Bete

Wird oft empfohlen und ist meiner Meinung nach die schwächste Farbe. Es kommt selten ein sattes Rot heraus, meistens ein blasses Altrosa oder ein schmutziges Beige. Wenn du wenig Zeit hast, lass sie weg.

Nach dem Färben

Eier trocknen lassen, dann mit einem Tropfen Speiseöl auf einem Küchentuch abreiben. Erst dadurch bekommen die Naturfarben Tiefe und Glanz. Ohne diesen Schritt sehen sie stumpf und ein bisschen traurig aus.

Ein Osternest bauen

Gekaufte Nester halten ein Jahr und liegen dann rum. Selbstgebaute sind schneller kaputt, aber die Kinder hängen daran.

Variante Papierteller, ab 3 Jahren: Einen Pappteller nehmen, vom Rand her im Abstand von etwa zwei Zentimetern bis kurz vor die Mitte einschneiden (das machen Erwachsene vor), die entstandenen Streifen abwechselnd nach oben biegen und mit einem Bastband durchflechten. Dauer: 20 Minuten. Sieht danach ehrlich gesagt wackelig aus, hält aber ein paar Schokoeier.

Variante Schale und Heu, ab 4 Jahren: Eine alte Schüssel oder ein Weidenkörbchen mit Heu, Holzwolle oder gerissenem Packpapier auslegen. Das Kind darf zerreißen und stopfen, was die meisten kleinen Kinder länger beschäftigt als jede feinmotorische Aufgabe. Dauer: 15 Minuten, mit Ausschmückung auch eine halbe Stunde.

Hasen aus Papier

Für Papierhasen brauchst du fast nichts, und genau deshalb sind sie unsere Notfallidee für verregnete Nachmittage. Mehr davon gibt es unter Beschäftigung für Kinder bei Regen.

Handabdruck-Hase, ab 2 Jahren: Hand des Kindes auf Tonpapier legen, dabei Zeige- und Mittelfinger gespreizt (das sind die Ohren), die anderen Finger eingeklappt. Umranden, ausschneiden, Augen und Nase aufmalen. Dauer: 10 Minuten. Bei ganz kleinen Kindern schneidest du aus, sie malen.

Klopapierrollen-Hase, ab 4 Jahren: Rolle mit Papier bekleben oder anmalen, oben die Kante an zwei Stellen nach innen drücken, sodass zwei Ohren entstehen. Watteschwanz hinten dran. Dauer: 15 Minuten inklusive Trocknen.

Faltkarte mit Hasenohren, ab 6 Jahren: Braucht schon ein Kind, das eine Falzkante sauber hinbekommt. Vorher ist es Frust für beide Seiten.

Fensterdeko

Fensterbilder sind dankbar, weil sie von der Straße aus gut aussehen und von innen die Sonne durchlassen.

Am einfachsten geht es mit Transparentpapier: Motiv auf Tonpapier vorzeichnen, Innenflächen ausschneiden, von hinten farbiges Transparentpapier aufkleben. Das Ausschneiden der Innenflächen ist der schwierige Teil und geht ab etwa 7 Jahren allein, vorher übernimmst du das.

Für kleinere Kinder: Ein Blatt Transparentpapier mit Fingerfarbe betupfen lassen, trocknen, dann in Eiform ausschneiden. Sieht bunt aus, kostet zehn Minuten und niemand muss eine Schere führen können.

Ehrliche Einschätzung: Diese hauchzarten geklebten Fensterbilder aus Bastelbüchern sehen bei einem Sechsjährigen anders aus als im Buch. Krumme Schnittkanten, sichtbare Kleberänder. Hängt es trotzdem auf. Das Kind erkennt seinen eigenen Hasen, und das ist der Punkt.

Ostergras säen

Das ist die Idee mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, und sie ist die einzige hier, bei der Timing zählt.

Material: flache Schale, Blumenerde, Weizen- oder Gerstenkörner aus dem Reformhaus, alternativ Katzengras-Samen oder Kresse.

Zeit: 10 Minuten Aussaat, danach täglich kurz gießen.

Alter: ab 2 Jahren. Erde in eine Schale füllen und Körner streuen kann wirklich jedes Kind.

Wichtig ist der Vorlauf. Weizengras braucht ungefähr zwei Wochen bis es dicht und ansehnlich ist. Kresse geht deutlich schneller, in etwa vier bis sechs Tagen ist sie erntereif, wird dafür nie so dicht wie ein richtiger Grasteppich. Wenn du eine Woche vor Ostern anfängst, nimm Kresse. Wenn du zwei Wochen hast, nimm Weizen.

Und rechne damit, dass die Schale schief aufgeht. Ein Kind streut nicht gleichmäßig, an manchen Stellen wächst nichts. Ich lege inzwischen einfach ein gefärbtes Ei auf die kahle Stelle.

Wie ich die Woche vor Ostern plane

Alles an einem Tag ist zu viel, das haben wir ein paarmal ausprobiert und jedes Mal war spätestens beim dritten Projekt die Luft raus. Was bei uns funktioniert:

  • Zwei Wochen vorher: Ostergras säen. Zehn Minuten, danach nur noch gießen.
  • Wochenende davor: ein größeres Projekt, Nest oder Fensterdeko. Eine gute Stunde.
  • Karfreitag oder Samstag: Eier färben. Der Sud kann nebenbei ziehen, während ihr etwas anderes macht.
  • Zwischendurch: Papierhasen, wenn es regnet und die Nerven es hergeben.

Ein Bastelprojekt pro Tag reicht völlig. Und wenn ein Nachmittag ausfällt, weil alle keine Lust haben, fällt er eben aus. Ostern findet trotzdem statt.

Wenn ihr für eine Feier bastelt und mehrere Kinder gleichzeitig beschäftigen müsst, funktionieren die Ideen aus den Bastelideen für den Kindergeburtstag auch zu Ostern gut. Und für den Herbst, wenn die Natur wieder Material liefert, haben wir das Herbstbasteln mit Kindern gesammelt.

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